Ein spontaner Aufbruch – ab in die Blue Mountains

Immer noch in Sydney, war Marco auf der Suche nach der besten Möglichkeit, unseren Van auch ohne, dass wir fahren, mit Strom auszustatten.

Seine Wahl viel nach einiger Recherche auf einen Yeti 150 (eine zweite Batterie, die während dem Fahren an den Zigarettenanzünderanschluss angesteckt wird und so auflädt oder alternativ auch via Solarpanel geladen werden kann). Nachdem alle möglichen Backpacking- Geschäfte Sydneys von uns erfolglos nach dieser Batterie durchsucht wurden und wir uns aufgrund von Regen schon in der Bibliothek in Glebe ausgebreitet hatten, erhielt Marco einen Anruf, dass ein Geschäft in Riverstone, circa eine Stunde nordwestlich von Sydney, den Yeti 150 auf Lager hat – aber nur noch an diesem Tag! Kurz beraten, entschlossen wir, diese Chance zu nutzen. Irgendwie hatten wir uns nach den mittlerweile 3 Wochen in Sydney nämlich ziemlich bequem eingelebt und sahen es als Wink mit dem Zaunspfahl, dass es nun wirklich Zeit für uns ist, zu gehen. Praktischerweise lag besagtes Geschäft direkt auf der Route zum Blue Mountains-Nationalpark. Diesen wollten wir sowieso besuchen, denn Santtu und Julia, unsere finnischen Freunde aus dem Hostel, waren da schon ein paar Tage und ihre Fotos davon hatten uns mehr als überzeugt. Also ab zu Coles (das ist eine große Supermarktketten hier), den „Keller“ unseres Autos mit Ess- und Trinkbarem aufgefüllt und auf ins Abenteuer!

Nach meinen ersten 20 Minuten Fahrspaß durch Sydneys Randgebiete wurden wir übrigens direkt von der Polizei rausgezogen und ich durfte den ersten Alkoholtest meines Lebens mitmachen. 😀

Die Batterie wurde dann beim Zwischenstopp gekauft (wobei ich Marco davon abhalten musste, nicht noch die größere Variante des Yeti zu holen 😀 ) und wir fuhren dann, bis es dunkel wurde, in Richtung der Berge. Halt machten wir über Nacht in Bulls Camp Reserve, einer ganz netten Raststätte an der Autobahn. Als wir da ankamen, war es schon ziemlich dunkel (hier geht die Sonne ja aber auch schon gegen 16 Uhr unter) aber der Blick in den Himmel sagte uns, dass wir auf dem richtigen Weg waren: über uns stand die Milchstraße für unsere Bewunderung bereit. Sie zu sehen, war ein großer Punkt auf unserer Bucketlist, den wir nun abhaken können.

Am nächsten Tag ging es für uns weiter, und zwar nach Katoomba. Das ist DIE Stadt in den Blue Mountains. Das Stadtsymbol Katoombas ist eine schräge Linie mit 3 schiefen Häuschen drauf – eine ziemlich passende Beschreibung. Die Straßen dort gehen richtig steil auf- und wieder ab, was eine ziemliche Herausforderung an meine Anfängerfahrkünste und an unser Auto darstellte. An einem Punkt hat uns unser Van dort nämlich im Stich gelassen: es war einmal eine Ausfahrt, circa 45 Grad steil bergauf, ich hielt an. Die Bahn wurde schließlich frei, ich wollte losfahren, erster Gang, Handbremse langsam losgelassen, Gas gegeben, alles entspannt (ich kann am Berg anfahren!) – aber das Auto bewegte sich nicht. Es ging auch nicht aus, es machte nur komische Geräusche, als wäre ich ein paar Gänge zu weit oben. Doch niedriger als in den ersten Gang könnte ich ja nicht schalten. Die gleiche Situation hatte ich in meiner Fahrprüfung(!), auch an einem Berg (aber in Löbau 😉 ). Mein Fahrlehrer hat damals dann irgendwas an meiner Gangschaltung gemacht (und irgendeinen Power-Knopf gedrückt?). Ich hab aber echt keine Ahnung, wie das genau ging und erst Recht nicht, ob unser Van sowas auch hat. Fahrlehrer und Prüfer waren sich jedenfalls damals einig, dass man das als Normalo nicht können muss. Haha! Falls irgendwer von euch, die ihr das lest, eine Ahnung hat, wie man mit der Situation umgeht, lasst mir bitte ruhig eine Nachricht da. Wir planen zwar, erstmal nicht mehr im Gebirge unterwegs zu sein, aber man weiß ja nie. 😉 Wir ließen uns dann jedenfalls auf der zum Glück freien Straße zurückrollen und starteten mit mehr Schwung einen neuen Versuch, der dann auch glückte.

Nach ein paar Bahnen im örtlichen Schwimmbad und einer heißen Dusche dort, stand ein Besuch bei den „Three Sisters“ an. Das ist eine sehr beeindruckende Sandsteinformation im Süden Katoombas, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Eine kurze, aber wieder sehr steile Wanderung, brachte uns an die Spitze einer unglaublich beeindruckenden Klippe. An deren Rand könnten wir die drei Schwestern, von der Sonne angestrahlt, in voller Größe bewundern. Rings um die Schwestern war der komplette Boden bewaldet – so viele Bäume auf einmal hatte selbst ich als Dorfkind noch nie gesehen. Zwischen den Bäumen sah man an manchen Stellen kleinere Rauchwolken aufsteigen. Solche kleinen Buschfeuer sind hier allerdings eine ganz normale Sache. Etwas weiter Richtung Horizont bot sich uns eine perfekte Sicht auf die Blauen Berge und wir waren mit unseren Kameras eine Weile beschäftigt. 🙂 Solange, bis uns die Finger fast abfroren… denn es war wirklich kalt in den Blue Mountains (circa 4 Grad) und richtig stürmisch. Die Nacht verbrachten wir an Evans Lookout, ganz weit oben im Gebirge, wo es auch wunderschön war, aber noch viel kälter. (Gut, dass wir unsere Winterjacken dabei haben!!) Nach einer durchzitterten Nacht und vor allem aufgrund eines erkälteten Marcos entschieden wir, die Berge wieder hinter uns zu lassen und uns aufzuwärmen. Und wo ginge das besser, als am Strand? Also, angeschnallt und losgedüst! Next stop: Caves Beach! 🙂