Caves Beach – das Paradies auf Erden

Es stand fest: wir wollten Meer.

Nachdem uns die Blue Mountains mit ihrem windigen Wetter zwar einige bleibende Eindrücke hinterlassen haben, wollten wir nun aber endlich ans Wasser. Unsere letzte Stranderfahrung lag mit dem Royal National Park ja nun schon etwas weiter zurück. 

Auf Wikicamps fanden wir dann auch recht schnell einen neuen Spot: Caves Beach, also „Höhlen-Strand“. Klingt interessant, hat Toiletten, fließendes Wasser und Barbecue-Grills (was in Australien keine Seltenheit ist – hier stehen tatsächlich öffentlich, mit Strom versorgte Heizplatten, an Campingplätzen). 

Vom Bulls Camp Reserve ging es dann los, 190km nach Caves Beach – aber nicht ohne vorher Peter zu treffen. Peter (englisch aussprechen bitte ;D) ist ein deutscher (jetzt australischer?) Rentner, der seit über 50 Jahren in Oz lebt. Er verließ Deutschland damals nach dem Krieg und lebt seither mit seiner Frau – die leider vor einigen Monaten verstarb – in Australien. Als er von unseren Plänen hörte erzählte er selbst, leicht stolz aber auch mit etwas Wehmut in der Stimme, dass er und seine Frau selbst schon 2 mal um ganz Australien gereist sind und trotzdem noch nicht alles gesehen haben, was es hier zu entdecken gibt. Jetzt reist er alleine in seinem Cabrio weiter und hält so wahrscheinlich Erinnerungen und sich selbst zusammen. Bevor wir los sind gab er uns seine Kontaktdetails und forderte uns auf, wir müssen ihn unbedingt in Sydney besuchen wenn wir mit unserer Runde fertig sind. Für alle Kinder sei gesorgt, er habe ein Haus und freue sich über jede Gesellschaft. Wir wünschten uns gegenseitig eine gute Reise und wir hoffen inständig Peter nochmal wieder zu sehen.

In Caves Beach angekommen, entpuppte sich der Ort – wie sehr viele Ortschaften an Küsten – schnell als wohlhabende Gegend. Viele Hundebesitzer ließen ihre kleinen und großen Gefährten am Strand frei laufen, einige Surfer wagten sich in die Wellen und ein paar Vans standen bereits am Campingplatz und empfingen uns mit einem freundlichen Nicken. Also schnell den Van geparkt, die Kamera geschnappt und ein den Ort erkundet, irgendwo muss ja auch eine Höhle sein, heißt ja nicht umsonst Caves Beach 😀

Wie sich rausstellte, lag die Höhle direkt am Strand, wahrscheinlich durch Ebbe und Flut stetig aus dem Stein gewaschen und somit für Besucher zugänglich gemacht. Wir konnten bequem in der Höhle stehen, zwei kleine Ausgänge erkunden und die Gezeiten beobachten. Wenn man nicht ganz aufpasst, wie das bei uns beinahe der Fall war, kann es schwierig werden, wieder trocken aus der Höhle zu kommen, da die Flut den schmalen Landweg recht schnell überschwemmt. 

Über die knapp 4 Tage die wir dort verweilten, war die Höhle immer wieder Ausgangspunkt kleiner Fototrips auf denen ich mich so richtig austoben konnte. Das Spiel der Gezeiten bot perfekte Gelegenheit, die ND-Filter rauszuholen und Langzeitbelichtungen mal wieder etwas zu üben. Die Effekte, die dabei entstehen können sind fantastisch. Durch dickes Glas vor der Kamera wird künstlich die Belichtungszeit erhöht, was am Ende dafür sorgt, dass Bewegungen im Bild verschwimmen, Wellen werden in ihrer Bewegung dargestellt, Wasserströme sind deutlich erkennbar und bei extrem langen Belichtungen wird Wasser fast nebulös, verschwimmt es doch quasi vor der Kamera und erscheint eher wie flüssiger Stickstoff als wie „solides“ Wasser. 

Auch hatte es mir die Fauna unter Wasser sehr angetan. Das Wasser ließ durch seine klare Oberfläche sämtliche Details im Untergrund erkennen und offenbarte uns eine kleine grüne Pflanzenwelt, die wir so noch nicht gesehen hatten. Zusammen mit dem ständigen Auf und Ab des Meeres gab es hier hunderte Motive, die ich natürlich alle versuchte zu erkunden und abzulichten.

Dabei ging es dann auch öfter mal direkt mit der Ausrüstung ins Wasser, für viele Fotografen ein Alptraum, da die meisten Kamerabodys nicht spritzwassergeschützt oder gar wasserdicht sind. Hier konnte neben meiner Kamera auch mein Stativ dann mal zeigen, was es drauf hat – absolut sicher stand es, selbst knietief in den Wellen: top 😀

Am Ende unseres Kurzurlaubs in Caves Beach fanden wir dann noch einen Aufstieg rauf auf die Klippen, mit Blick auf Küstenlinie und Ozean. Den Spot haben wir dann ebenfalls noch ausgiebig erkundet, einige Techniken probiert um am Ende vom Regen überrascht zu werden. Während wir also langsam abpackten um in den Van zu gehen – denn eine zweite Erkältung wollte ich mir erstmal nicht zumuten – wurden wir am Ende noch Zeuge von einem wunderbaren Regenbogen, direkt am Strand. Kitschig hoch 10 aber total sehenswert dafür ein bisschen nass zu werden. Kamera also fix wieder raus und noch ein kleines Panorama geschossen um den ganzen Regenbogen einzufangen.

Dann aber wirklich fix ins Auto, Gepäck verstaut, wir wollten ja auch bald wieder weiter fahren!:)


Blue Mountains – In die blauen Berge wollen wir!

Ein spontaner Aufbruch – ab in die Blue Mountains

Immer noch in Sydney, war Marco auf der Suche nach der besten Möglichkeit, unseren Van auch ohne, dass wir fahren, mit Strom auszustatten. Seine Wahl viel nach einiger Recherche auf einen Yeti 150 (eine zweite Batterie, die während dem Fahren an den Zigarettenanzünderanschluss angesteckt wird und so auflädt oder alternativ auch via Solarpanel geladen werden kann). Nachdem alle möglichen Backpacking- Geschäfte Sydneys von uns erfolglos nach dieser Batterie durchsucht wurden und wir uns aufgrund von Regen schon in der Bibliothek in Glebe ausgebreitet hatten, erhielt Marco einen Anruf, dass ein Geschäft in Riverstone, circa eine Stunde nordwestlich von Sydney, den Yeti 150 auf Lager hat – aber nur noch an diesem Tag! Kurz beraten, entschlossen wir, diese Chance zu nutzen. Irgendwie hatten wir uns nach den mittlerweile 3 Wochen in Sydney nämlich ziemlich bequem eingelebt und sahen es als Wink mit dem Zaunspfahl, dass es nun wirklich Zeit für uns ist, zu gehen. Praktischerweise lag besagtes Geschäft direkt auf der Route zum Blue Mountains-Nationalpark. Diesen wollten wir sowieso besuchen, denn Santtu und Julia, unsere finnischen Freunde aus dem Hostel, waren da schon ein paar Tage und ihre Fotos davon hatten uns mehr als überzeugt. Also ab zu Coles (das ist eine große Supermarktketten hier), den „Keller“ unseres Autos mit Ess- und Trinkbarem aufgefüllt und auf ins Abenteuer! 

Nach meinen ersten 20 Minuten Fahrspaß durch Sydneys Randgebiete wurden wir übrigens direkt von der Polizei rausgezogen und ich durfte den ersten Alkoholtest meines Lebens mitmachen. 😀

Die Batterie wurde dann beim Zwischenstopp gekauft (wobei ich Marco davon abhalten musste, nicht noch die größere Variante des Yeti zu holen 😀 ) und wir fuhren dann, bis es dunkel wurde, in Richtung der Berge. Halt machten wir über Nacht in Bulls Camp Reserve, einer ganz netten Raststätte an der Autobahn. Als wir da ankamen, war es schon ziemlich dunkel (hier geht die Sonne ja aber auch schon gegen 16 Uhr unter) aber der Blick in den Himmel sagte uns, dass wir auf dem richtigen Weg waren: über uns stand die Milchstraße für unsere Bewunderung bereit. Sie zu sehen, war ein großer Punkt auf unserer Bucketlist, den wir nun abhaken können. 🙂

Am nächsten Tag ging es für uns weiter, und zwar nach Katoomba. Das ist DIE Stadt in den Blue Mountains. Das Stadtsymbol Katoombas ist eine schräge Linie mit 3 schiefen Häuschen drauf – eine ziemlich passende Beschreibung. Die Straßen dort gehen richtig steil auf- und wieder ab, was eine ziemliche Herausforderung an meine Anfängerfahrkünste und an unser Auto darstellte. An einem Punkt hat uns unser Van dort nämlich im Stich gelassen: es war einmal eine Ausfahrt, circa 45 Grad steil bergauf, ich hielt an. Die Bahn wurde schließlich frei, ich wollte losfahren, erster Gang, Handbremse langsam losgelassen, Gas gegeben, alles entspannt (ich kann am Berg anfahren!) – aber das Auto bewegte sich nicht. Es ging auch nicht aus, es machte nur komische Geräusche, als wäre ich ein paar Gänge zu weit oben. Doch niedriger als in den ersten Gang könnte ich ja nicht schalten. Die gleiche Situation hatte ich in meiner Fahrprüfung(!), auch an einem Berg (aber in Löbau 😉 ). Mein Fahrlehrer hat damals dann irgendwas an meiner Gangschaltung gemacht (und irgendeinen Power-Knopf gedrückt?). Ich hab aber echt keine Ahnung, wie das genau ging und erst Recht nicht, ob unser Van sowas auch hat. Fahrlehrer und Prüfer waren sich jedenfalls damals einig, dass man das als Normalo nicht können muss. Haha! Falls irgendwer von euch, die ihr das lest, eine Ahnung hat, wie man mit der Situation umgeht, lasst mir bitte ruhig eine Nachricht da. Wir planen zwar, erstmal nicht mehr im Gebirge unterwegs zu sein, aber man weiß ja nie. 😉 Wir ließen uns dann jedenfalls auf der zum Glück freien Straße zurückrollen und starteten mit mehr Schwung einen neuen Versuch, der dann auch glückte.

Nach ein paar Bahnen im örtlichen Schwimmbad und einer heißen Dusche dort, stand ein Besuch bei den „Three Sisters“ an. Das ist eine sehr beeindruckende Sandsteinformation im Süden Katoombas, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Eine kurze, aber wieder sehr steile Wanderung, brachte uns an die Spitze einer unglaublich beeindruckenden Klippe. An deren Rand könnten wir die drei Schwestern, von der Sonne angestrahlt, in voller Größe bewundern. Rings um die Schwestern war der komplette Boden bewaldet – so viele Bäume auf einmal hatte selbst ich als Dorfkind noch nie gesehen. Zwischen den Bäumen sah man an manchen Stellen kleinere Rauchwolken aufsteigen. Solche kleinen Buschfeuer sind hier allerdings eine ganz normale Sache. Etwas weiter Richtung Horizont bot sich uns eine perfekte Sicht auf die Blauen Berge und wir waren mit unseren Kameras eine Weile beschäftigt. 🙂 Solange, bis uns die Finger fast abfroren… denn es war wirklich kalt in den Blue Mountains (circa 4 Grad) und richtig stürmisch. Die Nacht verbrachten wir an Evans Lookout, ganz weit oben im Gebirge, wo es auch wunderschön war, aber noch viel kälter. (Gut, dass wir unsere Winterjacken dabei haben!!) Nach einer durchzitterten Nacht und vor allem aufgrund eines erkälteten Marcos entschieden wir, die Berge wieder hinter uns zu lassen und uns aufzuwärmen. Und wo ginge das besser, als am Strand? Also, angeschnallt und losgedüst! Next stop: Caves Beach! 🙂


Sydney – Das Abenteuer beginnt!

Sydney – Das Abenteuer beginnt!

Australien – Sydney – endlich! Nach 14 Stunden im Flugzeug, circa 8 verschiedenen Filmen und phantastischer Unterhaltung von drei kleinen Kindern direkt neben uns, kamen wir endlich an unserem Ziel an. Und direkt in den ersten Minuten auf australischem Boden widerfuhr uns auch schon das erste große Missgeschick. Wie hätte es auch anders sein sollen… Wir standen vor dem ATM (Geldautomat) am Flughafen, mit quasi nagelneuen Visakarten in der Hand und tadaa: „your pin is incorrect!“ Falsches Passwort. Wir hatten uns extra unsere Bankunterlagen kopiert und eingescannt – allerdings nur die der Girokarten. Mit zwei nutzlosen Kreditkarten in der Hand standen wir gut, da am Flughafen, am anderen Ende der Welt, während unsere Pinnummern allein auf dem Dachboden von Marcos Eltern friedlich schlummerten. Ich muss zugeben, dass das ungefähr das Allerdämlichste war, was wir vermasseln konnten. Aber naja, irgendwo musste eine Lösung her und wenn man wirklich nicht mehr weiter weiß, hilft Mutti ja bekanntlich am Besten. Also klingelte Marco seine Mutti wach (in Deutschland war es noch Mitternacht) und sie durchsuchte unsere Ordner nach unseren Pins. Das war extrem lieb von ihr und hat uns da wirklich gerettet, denn sonst hätten wir unser Hostel nicht bezahlen können. 😀 

Glebe Village – das falsche, richtige Hostel

Nach einer sehr schaukeligen Fährt im Shuttlebus (Sydney ist wirklich hügelig!!) kamen wir im Hostel an. Ich, noch kreidebleich und mit weichen Knie von der Höllenfahrt, stellte erst einmal fest, dass ich nicht das Hostel gebucht hatte, was wir uns eigentlich ausgesucht hatten, sondern das daneben, mit sehr ähnlichem Namen. Wie sich später herausstellte, war dieser Fehler hier aber zumindest verzeihbar, denn „Glebe Village“, das falsche Hostel, war richtig schön, hatte alles, was wir brauchten und wir haben ganz, ganz liebe Menschen hier getroffen. 🙂

Unser Hostel:Marco Schur Australien Fotografie Sydney Glebe Village Blog Leipzig

Der Blick aus unserem Fenster:Marco Schur Australien Fotografie Sydney Glebe Village Blog Leipzig

Eine neue Wohnung muss her, mit Rädern bitte!

Unser Plan war von Anfang an, während den ersten zwei Wochen in Sydney ein Auto zu finden und zu kaufen. Für die zwei Wochen hatten wir uns ein Hostelzimmer gebucht und wir waren ziemlich sicher, dass das in der Zeit locker machbar sein würde. Ahnung von Autos hatten wir beide nicht wirklich und anfangs hatten wir auch nur die Tipps unserer Väter im Kopf (Kauft keinen Diesel! Guckt nach dem Öl!), als wir auf Gumtree (quasi das australische EBay-Kleinanzeigen) Anzeigen durchklickten. Zu diesem Zeitpunkt gesellte sich ein etwas älterer Herr zu uns an den Tisch im Hostel und erkundigte sich, was wir denn so machen. Nach einem kurzen Gespräch stellte sich heraus, dass wir an DEN Fachmann für Autos in dem Hostel geraten waren. Er meinte, er sei zwar kein Mechaniker, aber mit Autos groß geworden und er würde uns gern helfen. Sein Name ist Trevor. Bestimmt zwei Stunden lang saß er dann bei uns und hat uns erklärt, worauf genau wir achten müssen. Zudem erklärte er sich dann auch noch dazu bereit, dass er in den nächsten Tagen gern Autos für uns durchchecken würde, wenn wir welche zu Besichtigungsterminen einladen. Von so viel Hilfsbereitschaft waren wir komplett überrumpelt und ehrlich gesagt, waren wir anfangs auch echt skeptisch. Er hatte uns versichert, dass er kein Geld von uns dafür will, also waren wir fast sicher, dass er dann entweder Sex will oder unsere Organe -oder dass er ein windiger Schwindler ist, der am nächsten Morgen über alle Berge ist und sich freut, zwei naiven Backpackern einen Bären aufgebunden zu haben. Doch Trevor blieb im Hostel, war unglaublich freundlich und wollte absolut nichts, außer uns zu helfen. In den nächsten Tagen opferte er all seine Zeit (teilweise 5 Stunden pro Tag und mehr) um von uns eingeladene Autos zu checken. Die meisten der Vans waren allerdings schon ziemlich alt (Baujahr irgendwo in den 90ern) und hatten teilweise sehr große Mängel, die wir ohne Trevor nie gesehen hätten. Bei einem zum Beispiel fehlte ein Teil – der belt (wir können nun einen ganzen Haufen Autovokabeln auf Englisch! Aber keine Ahnung, wie die Teile richtig auf deutsch heißen…) – irgendwie der Riemen für die Lichtmaschine. Bei vielen anderen kamen Blubberblasen aus der Kühlflüssigkeit, was nicht schlimm sein muss, aber für uns das Risiko darstellte, dass es ein Problem mit dem headgasket gibt (Kopfdichtung? Heißt das Teil so? 😀 ). Jedenfalls fielen die blubbernden Autos auch raus. Und so verging Besichtigung nach Besichtigung und Tag für Tag. Die Autos waren fast alle fahrende Schrotthaufen und wenn mal eins richtig funktionierte, passte Marco nicht rein, zumindest nicht mit ausgestreckten Beinen. Vor dem Hintergrund, dass wir mehrere Monate in dem Auto wohnen wollen, war das auch keine Option. Die Zeit verging, der Check-out-Tag aus dem Hostel kam näher und ein leichter Anflug von Panik machte sich breit. Eine Verlängerung des Hostels hätte uns nochmal einiges an Geld gekostet und wir wollten ja auch endlich raus aus Sydney. Also begannen wir, Abstriche zu machen – wir hatten uns anfangs nur Automatiker angeschaut, nun luden wir auch manuelle Autos ein. Schließlich fanden wir eins, was uns sehr gut gefiel und auch einen funktionierenden Motor hatte. Ein dänisches Pärchen wollte es uns verkaufen. Um ein Auto in Australien zu registrieren, muss es aber einen sogenannten „Blue Slip“ bestehen – sowas wie unseren Tüv. Trevor riet uns daher, das Auto zu einem Mechanikerfreund von ihm zu bringen, bevor wir es kaufen, da er selbst nicht alles sieht, weil er sich nicht drunter legen kann. Für einen Freundschaftspreis (nur 40 statt 100 Dollar) verkündete uns der Mechaniker, dass dieses Auto niemals wieder einen Blue Slip bestehen wird, denn es war unten drunter komplett verrostet. Er meinte, selbst wenn die Dänen uns das Auto schenken würden, sollten wir es nicht nehmen. :/ Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch 3 Tage bis zum Checkout. Ziemlich betrübt besichtigten wir weiter und an unserem vorletzten Tag im Hostel fanden wir gleich zwei Autos, die schön waren und funktionierten. Einen kleineren Van, ohne Campingausrüstung, der aber automatisch war und einen etwas größeren, teureren, ausgerüsteten Van, der dafür jedoch manuell war. Beide fuhren wir sehr umständlich ans andere Ende Sydneys zum Mechaniker und entschieden uns aus Platzgründen sehr schnell für den manuellen Van von zwei Schwedinnen. Er bestand den Blue Slip fast ohne Probleme, alles was ihm fehlte waren vier neue Reifen. Mit dem Dokument vom Mechaniker in der Tasche, fuhren wir mit den schwedischen Mädels zur Motor Registry, dem Amt, was für die Registration der Autos zuständig ist. Doch so kurz vorm Ziel wäre es ja zu schön gewesen, wenn alle geklappt hätte. Die zuständige Beamtin meinte, dass der Blue Slip allein nicht mehr ausreicht (eine neue Regelung) und dass wir auch noch einen Green Slip kaufen müssen, bevor wir neue Nummernschilder bekommen können. Ziemlich verwirrt und verärgert verließen wir die Behörde, ließen unser nummernloses Auto auf dem Behördenparklatz übernachten und recherchierten, was nun wieder ein Green Slip sein sollte. Wir fanden heraus, dass es sich um eine Versicherung handelt, die früher bei der Registrierung wohl inklusive war. Wir mussten diese nun online abschließen, was immerhin schnell ging. Am nächsten Tag verließen wir ausgecheckt das Hostel mit all unseren Sachen. Marianne, eine Französin aus dem Hostel, war so lieb uns erneut zu der Behörde zu fahren und diesmal begleitete uns auch Trevor noch. Siegessicher standen wir wieder im Büro, draußen wartete ja auch schon das Auto – doch wir wurden erneut enttäuscht. Die Beamtin teilte uns mit, dass wir die falsche Versicherung abgeschlossen hatten… Trevor war uns hier erneut eine große Hilfe, denn er erledigte daraufhin ein paar Telefonate mit unserer Versicherung und ließ sie ändern. Leider kostete die richtige Versicherung richtig richtig viel (1200 Dollar) und auch die Registrierung kostete nochmal 430 Dollar. Zusammen mit den neuen Reifen und dem Blue Slip und dem Auto an sich stießen wir dann schon hart an unser finanzielles Limit. Aber nichtsdestotrotz – wir hatten nun ein Auto und vor allem wieder ein Dach überm Kopf. 🙂 Nach circa zwei weiteren Stunden war die Info der Versicherung dann auch zur Motorbehörde durchgedrungen und wir konnten ENDLICH unsere Nummernschilder mitnehmen.

Das ganze Prozedere war so furchtbar nervenzehrend, wie es hier wahrscheinlich auch klingt. Wir sind unglaublich dankbar für die große Hilfe von Trevor, aus dem wir uns immer noch keinen richtigen Reim machen können, aber 100 Prozent sicher sind, dass er wirklich ein sehr sehr guter Mensch ist. Und wir sind jetzt auch in sehr freudiger Erwartung auf das, was ihr mit unserem Auto erleben werden. 🙂

Die konstante Suche nach Autos hatte jedoch auch seine schönen Seiten. So brachte uns Trevor zu einem Freund, bei dem er uns zeigte, wie der Ölwechsel zu vollziehen war. Dort gab es Katzen, also gibt es natürlich auch Katzenbilder! 😀 Danach ging es an einen besonderen Spot in Sydney um den Sonnenuntergang zu beobachten.

Das Operahouse und die Innenstadt

Zwischen all dem Stress mit „Auto finden“, „Auto kaufen“ und „doch das Hostel verlängern?“ haben wir öfter mal die Innenstadt Sydneys aber auch die kleineren Ortsteile – vor allem Glebe, die Karl von Sydney quasi – genauer erkundet. Auf dem Weg in die Innenstadt, an deren Ende man den berühmten Hafen mit dem noch berühmteren Opernhaus findet, sind wir oft auch durch Chinatown gelaufen, ein größerer Stadtteil, der – wie der Name erahnen lässt – chinesischen Ursprungs ist. Überraschenderweise legen die Chinesen und Australien eine lange Freundschaft, die zumindest in Chinatown visuell auch immer wieder bekräftigt wird. Zu Chinatown erhaltet ihr weiter unten noch ein paar Eindrücke, jetzt erstmal die Innenstadt und der Hafen. Enjoy 🙂

Neben der Innenstadt und dem Hafen haben wir, wie erwähnt, auch unser Viertel „Glebe“ ein wenig erkundet. Besonders hervorstachen dort 2 Dinge: Wenige Minuten Fußmarsch nach Norden lag eine Bucht, die wir oft besucht haben und ein paar mehr Minuten in die entgegengesetzte Richtung gab es jeden Samstag einen Flohmarkt auf dem es einige tolle Klamotten zu sehen gab. Dort entstand auch das tolle Foto von Claudia 🙂 (Der Hut war leider viiiiel zu teuer mit 40$!) Ansonsten bietet Glebe viele Bars, alternative Pubs mit Burgern die wir mit Santtu und Julia auch probiert haben. Mit Mona (Link führt zu ihrem Blog) waren wir einen Abend in einer spanischen Tapasbar die auch extrem lecker war (Tapas heute nur 50%! Yeah :D), nachdem wir das Trinkgeld dort irgendwie vermehrt hatten (die Bedienung hat unser spärliches Kleingeld nur nicht gefunden ^^) verließen wir den Platz beschämt aber irgendwie doch lachend 🙂

Chinese Garden of Friendship

Und weil es so schön war (und weil Julia und Santtu zwei wirklich tolle Menschen sind) haben wir Chinatown nochmal zu viert unsicher gemacht. Also, ganz so unsicher war es nicht, denn es ging in den Chinese Garden of Friendship. Dieser Garten dient als Memorial zur bestehenden Freundschaft zwischen China und Australien. Die Tour dort kostet 6$ pro Person und ist es wirklich wert. Alleine die Tourguide mit ihrer herrlich erfrischenden Art hat es verdient gesehen / gehört zu werden. 

Im Garten selbst gab es allerlei chinesische Kunst, Mythologie und Tiere zu bewundern. Dabei verstärkte der Kontrast zwischen ruhigem Garten und geschäftiger Innenstadt in der dieser lag seine Wirkung nur noch weiter.

Nochmal Chinatown – von Kangaroohoden und wilden Anwohnern

Wir liegen satt und gehetzt im Van. Gerade noch haben wir den Tag mit einem gemütlichen Essen ausklingen lassen wollen nur um dann von wilden Bewohnern Sydneys verjagt zu werden. Irgendwie nicht ganz wie geplant. 

Nachdem wir heute aufgestanden sind und unser übliches Marmeladenbrot / Butterbrot mit „Spam“ (in meinem Fall :D) gefrühstückt hatten, haben wir uns aufgemacht unsere Wohnung – also „Schlafzimmer“, „Keller“ und „Küche“ – nochmal aufzuräumen. Dabei fiel auch ein gehöriger Wäscheberg an, den wir prompt in die Wäscherei geschafft haben und für insgesamt ca. 10$ waschen und trocknen ließen. Für 2$ mehr hätte die asiatische Frau uns die Wäsche sogar auch noch gefaltet. 

Stichwort Asien: danach ging es endlich nochmal nach Chinatown. Wir waren ja bereits mit Julia und Santtu dort im Chinese Garden of Friendship, doch diesmal wollten wir unbedingt Asianudeln essen und Paddys Market (eine Art riesiger, asiatischer Ramsch-Obst-Gemüse-Markt) erkunden. Wir brauchten noch so eine fesche Bauchtasche, damit wir die wichtigen Dokumente immer dabei haben.

Paddys Market war am Ende leider recht enttäuschend, neben viel Mist wie man ihn auch von unseren Märkten kennt – sprich Handyhüllen, billige „Echtleder“-Handtaschen und Knockoff-Merchandise – fanden wir diese „Schätze“:

„Echte Kangaroo-Hoden“

„Aus erneuerbaren Resourcen“

Aha. . . Kangaroohoden . . . erneuerbar. Für 22$ (15€). Beim Gedanken zog sich etwas in mir zusammen.

Die Bauchtaschen fanden wir leider nicht, dafür aber ein paar preiswerte Avocados für 1$ (65Cent)

Das nächste Ziel war also klar gesteckt, eine möglichst kleine Asiabude finden und dort klassisch „Einmal die 3 mit Hähnchen Süß-Sauer“ bestellen, bitte für unter 10$ (also grob 6,50€). Ach ja, nebenbei haben wir auch noch nach einem Solarpanel geschaut, bisher erfolglos.

Das scheinbar zu hoch gesteckte Ziel geriet nach ersten Erkundungen recht schnell ins Wanken. Es gab wirklich massig Asialäden, aber selbst die Einsteigermenüs (Suppen) lagen oft bei über 10$, viele der Schuppen sahen auch echt nobel aus, also runter von der Hauptstraße in die Nebengassen. Hier kommt der Charme der Stadt meines Erachtens auch mehr zur Geltung. Kleinere Bistros laden mit klischeehaften Emoticons, Symbolen und aufdringlichem Personal zum Verweilen ein und nach einer Weile hatten wir unser Nudelmekka dann auch gefunden. 

Claudia bestellte dort ein vegetarisches „vegtable and tofu udon“ und ich ein „chicken and egg udon“.

Statt den klassischen „Einmal 3 mit Hähnchen, Süß-Sauer“ gab es dann also Suppe. Skeptisch schauten wir auf die Gäste des Nachbartisches, die gleich mal die halben Portionen übrig ließen und gingen. Noch skeptischer schaute ich hingegen auf meine Stäbchen . . . Ich hatte noch nie – erfolgreich! – damit gegessen, wollte aber auch nicht nachgeben als die Bedienung mich beim Scheitern beobachtete und nach fragte, ob ich denn eine Gabel möchte. Nach mehreren Versuchen und mit eigenwilliger Technik ging es dann auch so langsam. Und das hat sich gelohnt! Die Nudeln waren absolut anders als ich es gewollt hatte, was gut war. Ebenso hatte ich eigentlich keine Lust auf Suppe gehabt, war jedoch positiv überrascht. Die Suppe hatte einen interessanten, vollen Geschmack. Wahrscheinlich vom Ei und dem Hähnchen, welches in der Suppe lag – und weich tatsächlich gut schmeckte! Der Geruch ist mir bis jetzt noch in der Nase geblieben und ich möchte unbedingt nochmal dorthin! 

Claudias udon war auch ganz leckern, die gleichen Nudeln, jedoch eine andere Suppe, die mehr nach Gemüsebrühe und für mich „dünner“ schmeckte. Dazu 3 merkwürdige Ecken – Claudia vermutet „veganes Ei“ – die für mich interessanterweise nach grünem Tee schmeckten. Das Tofu war leider enttäuschend, absolut geschmacklos.

Zum Abschluss gab es noch einen winzigen Eisbecher Lychee-Eis der extrem lecker schmeckte, trotz des kleinen Plastestückes, welches ich darin (genauer: in meinem Mund) fand.

Auf dem Weg zurück kamen wir dann an einer langen Schlange (Menschen! Nicht das Tier :D) mitten auf dem Weg vorbei, die an einem winzigen Fenster anstanden. Kurz geguckt: „Emporer Puff – 3 Stück 1§ | 7 Stück 2$“ usw. bis 20 Stück für 5$. Da wir keine Ahnung hatten, was nun Emporer Puffs sein sollten aber gleichzeitig dachten, für 1$ kann man nix falsch machen und all die Menschen können sich ja nicht irren, haben wir uns mit angestellt.

Schnell wurde aber klar, dass nicht alle Menschen in der Schlange kompetenter waren als wir, denn mindestens die beiden vor uns hatten sich aus genau den gleichen Gründen angestellt, wie wir . . . gute Werbung so eine lange Schlange. 

Nach wenigen belauschten Gesprächen wussten wir immerhin, dass es sich um ein Gebäck handelt „Few Dollars and lots of Cake“ („Wenig Dollars und viel Kuchen“).

Kurz bevor wir dann dran waren haben wir uns natürlich nochmal nach oben korrigiert und lieber 7 Stück gewählt, vielleicht schmeckt es ja, dann will man sich nicht nach dem ersten Probierstück schon ums letzte streiten müssen!

Der Griff in die kleine Tüte entpuppte sich jedenfalls als perfekte Wegzehrung für den Heimweg zu unserem Auto. Das Schmalzgebäck erinnert an winzige Berliner, nur statt Marmelade hatten wir heißen Pudding drin. Yeah! 😀

Endlich Zuhause angekommen, haben wir den Van mal wieder umgeparkt, damit wir nicht zu sehr im Licht stehen. Wir sind da immer noch etwas paranoid zwecks Polizei, denn im Auto schlafen ist verboten – scheinbar eine Lüge wie sich bald herausstellen sollte.

Also sind wir zurück in eine ruhige Seitenstraße gefahren in der wir schon vorherige Nacht geschlafen haben. Kaum umgezogen und für die Nacht fertig gemacht, mach ich das Licht an und höre jemanden undeutlich rufen. Ich glaube „Stop sleeping in the Car“ verstanden zu haben. Also mach ich das Licht wieder aus. Nächster Ruf „Ok! Police“. Zack, stehen wir stramm im Auto, Claudia glaubt mir zunächst nicht ganz, was ich verstanden habe. Nach kurzer Versicherung, dass ich es Ernst meine, springen wir so wie wir sind in die Fahrerkabine und fahren – während der Herr uns beobachtet – davon. Ein neuer Parkplatz direkt am Park wird gefunden und wir kommen erstmal runter, schließlich haben wir schon Stories von Backpackern die nachts von der Polizei geweckt wurden und Strafe zahlen mussten gehört.

Als wir uns dann genug über den Kerl aufgeregt hatten (im Ernst – was soll das?!), fand Claudia kurzerhand heraus, dass es gar nicht illegal sei, im Auto zu schlafen. Die Stadt bekräftige dies sogar, gerade in Hinblick auf Backpacker die lange unterwegs waren und Schlaf dringend nötig haben. Sydney habe daher auch die Gesetze für das Parken geändert – das erklärt die unnötig strengen Restriktionen für Parkplätze. (In Sydney gibt es sehr wenige „dauerhafte“ Parkplätze. Die meisten sind als 1P, 2P oder sehr selten 4P ausgeschildert, in denen darf man meist von 6Uhr/8Uhr früh bis 6Uhr Abends zwischen Montag und Freitag eben nur 1, 2 oder 4 Stunden parken. Danach muss man sein Auto in eine andere Zone bewegen. Das ist oft einfach eine Seitenstraße, manchmal einfach nur 5m weiter bis zum nächsten Parkschild. Ab 6Uhr Abends darf man dann bis 6 oder 8Uhr früh durchparken. Eine kleine clevere Ausnahme existiert: da ich oft 2 Stunden am Stück parken darf, kann man meist schon ab 4Uhr Abends am Parkplatz stehen bleiben, da es ab 6Uhr Abends sowieso egal ist wie lange man wo steht.

Für die Einwohner von Sydney ist diese Regel (die scheinbar nur zwecks Backpackern eingeführt wurde) natürlich wenig erfreulich (Claudia hatte gelesen, dass die Leute hier einfach mal 2000$ im Jahr einrechnen, für Strafzettel halt – die ca. 107$ betragen).

Wir überlegen nun, uns morgen Abend direkt vor sein Haus zu stellen 😛

(Edit: haben wir nun doch nicht mehr getan. Trotzdem: schlechtes Mojo für dich, du garstiger Mensch!)

Ein bisschen Silvester

Und zum Abschluss: ein bisschen Silvester in Sydney. Jedes Wochenende am Samstag gibt es in Sydney ein kleines Feuerwerk beim Darling Harbour, ca. 20:30Uhr. Wir planen ja zu Silvester wieder in Sydney zu sein aber man weiß nie, also haben wir das kleine Feuerwerk auch mitgenommen. Dabei ist – neben unzähligen tollen Fotos vom Spektakel – auch eines meiner Lieblingsfotos bisher entstanden. Inception! 😀


Royal National Park – Figure 8 Pool

Der 8-Pool der nicht gesehen werden wollte

Quasi als Auszugs-Abschiedsgeschenk plante unsere Gruppe, bestehend aus dem Pärchen Julia und Santtu sowie Marianne, Simon und Trevor und uns den berühmten 8-Pool zu sehen. Der „Pool“ der die Form einer 8 hat und vollkommen natürlichen Ursprungs ist, befindet sich im Royal National Park und ist nur während Ebbe zu sehen. Wenn die Flut eintritt wird der Pool vom Wasser überspült und damit unsichtbar. 

Bildschirmfoto 2016-06-04 um 11.25.44

Der Royal National Park ist, wie der Name erahnen lässt ein Naturschutzgebiet, Eintritt 12$ pro Auto. Das haben wir dann auch schnell auf einem Parkplatz dort geparkt und wagten den Abstieg zu den Küsten. Wer sich Zeit lässt und wie wir ab und zu die Kamera zückt, der sollte für den Abstieg schon eine Stunde einplanen, für den Aufstieg später sogar etwas mehr. Der Weg führt durch fast unberührte Wälder hinab zum Strand, welcher wirklich atemberaubend ist. Mit dem Abstieg war es, wie wir dann feststellen durften, jedoch noch lange nicht getan. Auch wenn der Strand lockend da lag und uns mit seinem warmen Wasser und fantastischen Wellen zum Baden verleiten wollte mussten wir weiter, bis hinter die zweite Klippe! Ein Marsch für den ich beim nächsten mal definitiv vorbereitet bin und weniger Ausrüstung mitschleppe. 

Bildschirmfoto 2016-06-04 um 11.26.38

Man muss an dieser Stelle auch mal erwähnen, wie die Australier mit Risiko umgehen: sie wissen darum, aber machen sich nicht zu viele Gedanken. Wer hier her kommt, sollte vorbereitet sein um den Pfad über die Steine zu wagen, ein falscher Schritt kann hier schonmal (bestens) ein gestauchter Knöchel sein oder (schlimmstens) ein Sturz der bleibende Schäden hinterlässt, wenn man ungünstig aufkommt. Dazu kommt, dass die Steine oft durch ständigen Wechsel von Ebbe und Flut glatt poliert sind und wenig Halt bieten. Einen neugierigen Wanderer der der Flut zu nahe kam, hat es anscheinend erwischt und einige Meter über die Klippen Richtung Meer gezogen. Auch wenn man Respekt vor der Kraft des Wassers zeigen sollte, konnte ich die Neugierde doch nachvollziehen und lief auch oft recht nah an der Aktion. 

Am Ende haben wir den berühmten 8-Pool leider nicht gesehen aber irgendwie fanden wir beide das nicht so tragisch. Frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ waren wir extrem angetan von der Landschaft die sich uns dort bot, Strand und Gebirge so nah beieinander! 🙂 

Und: um die Laune noch zu steigern haben wir unser erstes Kangaroo gesehen! (genauer: ein Wallaby, eine kleine Unterart der Kangaroos)

Leider war eine Übernachtung im Park nicht möglich (illegal) und wir mussten, nachdem wir wirklich alle Zeit ausgenutzt hatten Abends wieder heimkehren um im Auto zu schlafen 🙂


Die Reise beginnt! – Stopover in Abu Dhabi

Die Reise beginnt!

Ein 3 tägiger Stop-Over in Abu Dhabi: Wieso?
Vor mehreren Monaten, als wir die Flüge gebucht haben, erschien es uns als ziemlich anstrengend, nach einem 6-stündigem Flug nur 2h Pause am Flughafen einzulegen, und dann direkt 14 Stunden weiterzufliegen. Also fragten wir beim Reisebüro nach. Die machten uns ein sehr (sehr!) gutes Angebot und Zack! war ein längerer Zwischenstop in Abu Dhabi gebucht. Vor der Abreise machten uns die strikten Medikamenteneinfuhrgesetze der Vereinigten Arabischen Emirate (Reiseapotheke adieu…) nochmal kurz Kopfschmerzen, aber das war es allemal wert, denn diese Stadt ist unglaublich schön. 🙂
 

Tag 1: Auf der Suche nach Orientierung

Montag morgen, 6 Uhr. Komplett übermüdet, nach einem anstrengenden Flug und einer äußerst hektischen Taxifahrt, genossen wir die ersten, wirklich heißen Sonnenstrahlen in Abu Dhabi. Vielleicht, weil wir in unseren deutschen Winterklamotten etwas überhitzt waren, vielleicht aber auch, weil die Namen so ähnlich klangen, checkten wir zunächst fast ins falsche Hotel ein. Und wir hatten uns schon gewundert, wie es sein konnte, dass wir für so wenig Geld 3 Nächte in einem 5-Sterne-Hotel buchen können. Immerhin half uns der 5-Sterne-Page dann noch ins richtige Hotel, was immer noch richtig luxuriös war und ganz und gar nicht aufs backpacken einstimmte. Wir hatten ein ganz tolles Zimmer, mit richtig gutem Ausblick auf die Strandpromenade und einem riesigen Bett, wo wir uns erstmal bis zum Nachmittag ausruhten, bevor wir an der Strandpromenade den Sonnenuntergang fotografierten. Leider kam man auf ganz Yas Island nicht so richtig ans Meer ran, alle Strände da waren irgendwie privat oder im Besitz von Golfclubs, selbst der große Yas Beach war ein Club mit Öffnungszeiten (die wir immer irgendwie verpasst haben). Nach dem Sonnenuntergang trieb uns der Hunger noch in die große Yas Mall, wo auch die Ferrari World ist (aufgrund von völlig überteuerten Eintrittspreisen waren wir da nicht drin). Aber schon die Yas Mall alleine war wirklich riesig, und wir fanden uns erst nach 5 mal nachfragen wieder raus.:D
 

 Tag 2: Die Wüste!

  
In unserem gebuchten Stopover-Paket war auch eine Wüstensafari inklusive, die am 2. Tag stattfand. Da es wirklich heiß war (40 C aufwärts) hüpften wir vorher noch kurz in den Hotelpool. Vom Hotel wurden wir dann von einem Typ im Jeep abgeholt und mit uns kamen noch Tatjana aus Deutschland, Jenny aus Australien und ein Neuseeländisches Paar. Wir fuhren direkt mit dem Jeep in die Wüste, hielten aber zwischendurch noch an einer Kamel- und Ziegenfarm an, um ein paar Fotos mit den Tieren zu machen (Klischee, Klischee :D). Überraschenderweise fuhr der Jeep nach diesen Streicheleinheiten nicht mehr so entspannt wie vorher, sondern heizte mit voller Geschwindigkeit die bis zu 10 m hohen Dünen hoch und runter. Das war schlimmer als jede Achterbahn und Marcos Gleichgewichtssinn wurde davon ganz schön stark beeinträchtigt. Das Ziel war am Ende eine kleine Farm mitten in der Wüste, wo wir den Sonnenuntergang beobachteten und ich mich danach noch dazu entschloss, auf einem Kamel zu reiten. Wer mich kennt, weiß, wie ich eigentlich dazu stehe, daher war ich ganz stolz, dass ich mich getraut habe. Auch wenn ich echt Angst hatte, vom Kamel zu kippen, denn es hat echt doll mit dem Po gewackelt beim Laufen. 😉 Als es dunkel wurde, gab es dann noch ein leckeres Barbecue und eine Shisha zum Ausklang. (Und wir fragen uns immer noch, wer das bezahlt hat, denn wir waren es nicht 😀 )
 

Tag 3: Verloren in der Hitze

  
Nachdem wir uns am unglaublich vielfältigen und richtig leckeren Frühstücksbüffet satt gegessen hatten, wollten wir dann noch etwas mehr von der Stadt an sich sehen. Die Frau an der Rezeption meinte, dass bald ein Bus ins Zentrum fahren würde, und es auch irgendwann einen Bus zurück gäbe ( sehr präzise 😉 ). Also stiegen wir da einfach ein und landeten in der Innenstadt, die zwar schön, aber nicht ganz so beeindruckend war, wie erwartet. Vielleicht konnten wir es aber auch nicht richtig genießen, denn wir hatten mittlerweile 43 C erreicht und Schatten gab es weit und breit nicht. Dafür fanden wir den ersten öffentlichen Strand – hatten natürlich aber keine Badeklamotten dabei. Fotografieren war da ausdrücklich verboten, genau wie „obszönes Verhalten“, worauf uns ein Schild hinwies, auf dem ein händchenhaltendes Paar rot durchgestrichen war. Bis auf dieses Schild und die Tatsache, dass ich lange Hosen anziehen musste (auf der Seite vom auswärtigem Amt so empfohlen und man sah auch wirklich kaum nackte Frauenhaut dort) waren wir aber echt nicht eingeschränkt in Abu Dhabi. Am Strand ließen wir uns dann noch ein richtig geiles Eis schmecken und wollten dann eigentlich zurück zum Hotel. Eigentlich. Denn irgendwie fuhr doch nicht so wirklich ein Bus zurück. Laufen war bei der Hitze keine Option, vor allem aufgrund der Tatsache, dass der Bus circa eine Stunde gefahren war. Nachdem wir drei mal zwischen den Bushaltestellen sinnlos hin und her gelaufen waren, stiegen wir einfach in einen anderen Bus, der zu einem anderen Hotel fuhr. Da war immerhin eine Klimaanlage und Schatten drin. Wir fragten den Busfahrer, ob er auch zu uns fährt, was er erst verneinte. Nachdem wir in dann noch mehrmals gefragt haben, ob er uns sagen kann, wo wir umsteigen müssen (er hatte uns glaube erst nicht richtig verstanden) meinte er, dass er uns jetzt fährt. Das bedeutete, dass er eine 45-minütige Extrarunde (nur die Hinfahrt!) drehte, um uns im Hotel am anderen Ende der Stadt abzuliefern! Insgesamt sind uns in Abu Dhabi nur richtig liebe und höfliche Menschen begegnet und wir sind froh, dass wir einen kurzen Einblick in die Stadt erhalten konnten. 🙂

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